Ein Grundstück kann einen beträchtlichen Wert besitzen und trotzdem Jahr für Jahr kaum etwas einbringen. Das betrifft beispielsweise geerbte Flächen, Grundstücke, für die derzeit keine eigene Verwendung besteht, oder Land, das Eigentümer bewusst als langfristigen Besitz behalten möchten. Gleichzeitig können Kosten für Pflege, Abgaben und Verwaltung anfallen. Da liegt die Frage nahe, ob sich die Fläche wirtschaftlich nutzen lässt, ohne sie vorschnell zu verkaufen.
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Welche tatsächlich infrage kommt, hängt von Lage, Größe, Beschaffenheit und zulässiger Nutzung des Grundstücks ab. Auch der eigene Aufwand unterscheidet sich erheblich. Wir stellen fünf Wege vor – von der klassischen Verpachtung über landwirtschaftliche Nutzung bis zur langfristigen Veräußerung.
Platz 1: Über Pacht.de einen passenden Pächter suchen
Auf Platz eins steht die Verpachtung. Ihr wesentlicher Vorteil besteht darin, dass Eigentümer Einnahmen aus ihrem Grundstück erzielen können, ohne das Eigentum daran aufzugeben.
Für die Suche nach Interessenten gibt es spezialisierte Plattformen wie Pacht.de. Anders als auf allgemeinen Immobilienportalen steht dort nicht der Kauf oder die Vermietung von Häusern und Wohnungen im Mittelpunkt. Das Portal konzentriert sich auf Pacht und Verpachtung und richtet sich damit sowohl an Eigentümer als auch an Menschen und Unternehmen, die Flächen zur Nutzung suchen.
Welche Pacht möglich ist, hängt stark vom Grundstück und dem vereinbarten Nutzungszweck ab. In Betracht kommen beispielsweise Garten- und Freizeitflächen, landwirtschaftliche Grundstücke sowie Flächen für gewerbliche oder energetische Projekte. Entsprechend unterschiedlich können auch Vertragsbedingungen und Pachtdauer ausfallen.
Für Platz eins spricht in unserem Vergleich vor allem das Verhältnis zwischen wirtschaftlicher Nutzung und Erhalt des Eigentums. Ein Verkauf ist endgültig. Bei einer Verpachtung bleibt die Fläche dagegen grundsätzlich Bestandteil des eigenen Vermögens.
Dem stehen Verpflichtungen gegenüber. Ein passender Pächter muss gefunden werden, der Vertrag sollte zum vorgesehenen Nutzungszweck passen und Eigentümer binden sich je nach Vereinbarung für einen bestimmten Zeitraum. Trotzdem ist die Verpachtung für viele ungenutzte Grundstücke eine der ersten Optionen, die geprüft werden kann.
Platz 2: Landwirtschaftliche Flächen bewirtschaften lassen
Wer Ackerland, Grünland oder andere landwirtschaftlich nutzbare Flächen besitzt, kann diese einem landwirtschaftlichen Betrieb überlassen. Auch hierbei handelt es sich häufig um eine Form der Verpachtung, allerdings mit einem klar definierten Nutzungszweck.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Eigentümer müssen die Fläche nicht selbst bewirtschaften. Gleichzeitig wird das Land genutzt und gepflegt, während Pachteinnahmen erzielt werden können.
Diese Möglichkeit landet auf Platz zwei, weil landwirtschaftliche Verpachtung seit Langem etabliert ist und sich insbesondere bei entsprechenden Flächen im ländlichen Raum anbietet. Gegenüber Platz eins ist der Anwendungsbereich allerdings enger. Nicht jedes Grundstück eignet sich für eine wirtschaftlich sinnvolle landwirtschaftliche Nutzung.
Auch die Höhe der erzielbaren Pacht lässt sich nicht pauschal bestimmen. Lage, Bodenqualität, Flächengröße, regionaler Markt und weitere Eigenschaften spielen eine Rolle. Eigentümer sollten deshalb nicht allein von allgemeinen Durchschnittswerten auf den Wert ihres eigenen Grundstücks schließen.
Platz 3: Flächen für Photovoltaik verpachten
Eine weitere Möglichkeit ist die Verpachtung geeigneter Grundstücke für Photovoltaikanlagen. Statt selbst in einen Solarpark zu investieren, können Eigentümer ihre Fläche einem Projektentwickler beziehungsweise Betreiber überlassen.
Das kann insbesondere bei größeren Grundstücken interessant sein. Allerdings entscheidet nicht allein die verfügbare Fläche darüber, ob ein Projekt realisierbar ist. Planungsrecht, Netzanschluss, Lage, Flächenzuschnitt und weitere technische und wirtschaftliche Faktoren können eine Rolle spielen.
Platz drei erhält diese Variante aufgrund ihres Potenzials bei geeigneten Grundstücken. Gleichzeitig ist sie wesentlich weniger universell als eine allgemeine Verpachtung. Eine beliebige freie Wiese wird nicht automatisch zu einer geeigneten Solarfläche.
Hinzu kommt, dass solche Vereinbarungen häufig langfristig angelegt sind. Eigentümer sollten deshalb genau prüfen, welche Rechte eingeräumt werden, wie lange die Bindung besteht und was nach Ende der Nutzung mit der Fläche und den Anlagen geschieht.
Platz 4: Grundstück für Stellplätze oder andere Nutzungen bereitstellen
Abhängig von Lage und rechtlichen Voraussetzungen kann ein Grundstück auch für Stellplätze oder andere gewerbliche Nutzungen interessant sein. Besonders Flächen in gut erreichbaren Lagen können wirtschaftliches Potenzial besitzen.
Der Vorteil besteht darin, dass sich aus einem bislang kaum genutzten Grundstück regelmäßige Einnahmen entwickeln können. Gleichzeitig kann eine solche Nutzung einen deutlich höheren organisatorischen Aufwand verursachen als die bloße Überlassung einer bestehenden Fläche.
Vor allem sollte niemand davon ausgehen, dass eine freie Fläche ohne Weiteres als Parkplatz oder für einen Gewerbebetrieb genutzt werden darf. Baurechtliche Vorgaben, Zufahrt, Bodenbeschaffenheit und gegebenenfalls erforderliche Genehmigungen müssen berücksichtigt werden.
Deshalb landet diese Variante auf Platz vier. Sie kann in der richtigen Lage wirtschaftlich interessant sein, setzt aber deutlich spezifischere Voraussetzungen voraus.
Platz 5: Das Grundstück verkaufen
Auch der Verkauf gehört zu den Möglichkeiten, aus einem nicht benötigten Grundstück einen finanziellen Nutzen zu ziehen. Anders als bei den vorherigen Varianten entstehen dabei allerdings keine laufenden Einnahmen. Stattdessen wird der Wert der Immobilie einmalig realisiert.
Das kann sinnvoll sein, wenn für die Fläche langfristig keine Verwendung besteht, Kapital für andere Vorhaben benötigt wird oder Eigentümer weder Verwaltungsaufwand noch laufende Verpflichtungen übernehmen möchten.
Der Verkauf landet in dieser Liste dennoch auf Platz fünf, weil er nicht rückgängig gemacht werden kann. Wer heute verkauft, profitiert nicht mehr von einer späteren Nutzung oder einer möglichen zukünftigen Wertentwicklung des Grundstücks.
Genau deshalb lohnt sich vor dieser Entscheidung die Frage, ob eine zeitweilige wirtschaftliche Nutzung eine Alternative sein könnte. Die Verpachtung kann beispielsweise Einnahmen ermöglichen, während das Grundstück weiterhin im Eigentum bleibt.
Laufende Einnahmen oder einmaliger Erlös?
Die fünf Möglichkeiten unterscheiden sich vor allem in einem Punkt: Soll das Grundstück dauerhaft erhalten bleiben oder soll sein Wert unmittelbar realisiert werden?
Ein Verkauf kann einen größeren einmaligen Betrag einbringen und beendet viele Verpflichtungen, die mit dem Grundstück verbunden sind. Pachtmodelle verfolgen dagegen einen anderen Ansatz. Die Fläche bleibt im eigenen Besitz und wird für einen vereinbarten Zeitraum von jemand anderem genutzt.
Das bringt wiederum Bindungen mit sich. Wer beispielsweise bereits weiß, dass ein Grundstück in einigen Jahren selbst benötigt wird, sollte keine Vertragsgestaltung wählen, die diesen Plänen entgegensteht.
Auch der mögliche Ertrag darf nicht isoliert betrachtet werden. Ein Modell, das auf dem Papier besonders lukrativ erscheint, kann mit Investitionen, Genehmigungen, laufendem Aufwand oder langfristigen Verpflichtungen verbunden sein.
Erst das Grundstück prüfen, dann über die Verwertung entscheiden
Bevor Eigentümer eine bestimmte Einnahmequelle verfolgen, lohnt sich deshalb eine nüchterne Bestandsaufnahme. Größe und Lage sind nur der Anfang. Erreichbarkeit, bestehende Nutzung, planungsrechtliche Situation und Zustand der Fläche können darüber entscheiden, welche Optionen überhaupt realistisch sind.
Anschließend lässt sich prüfen, wie viel eigener Aufwand gewünscht ist. Wer ein Projekt selbst entwickelt, übernimmt eine andere Rolle als jemand, der lediglich seine Fläche zur Verfügung stellt. Auch deshalb ist Verpachtung für Eigentümer interessant, die ihr Grundstück wirtschaftlich nutzen, den eigentlichen Betrieb aber einem Dritten überlassen möchten.
Wer sein Grundstück behalten und zunächst prüfen möchte, ob sich ein geeigneter Pächter dafür findet, kann die Fläche auf Pacht.de anbieten und dort nach passenden Möglichkeiten für eine Verpachtung suchen.
